• GEWALTFREIE KOMMUNIKATION

    Wie zwischenmenschliche Kommunikation friedlich und empathisch gelingt

Konflikte kosten Energie und manövrieren die Beteiligten sehr oft in eine Sackgasse: die Konfliktparteien fühlen sich ungerecht behandelt, missverstanden, übergangen ... und reagieren mit Rückzug, Mauern oder Angriff. Keine gute Ausgangslage für ein konstruktives Miteinander. Genau das wäre aber wichtig, um in bestimmten Situationen weiterzukommen. Egal, ob im Beruf oder im privaten Umfeld. Was dabei helfen kann, Konflikte von vornherein zu vermeiden oder sie zumindest nicht eskalieren zu lassen, ist das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GFK; engl.: Nonviolent Communication).

In diesem Artikel:

  • Was Gewaltfreie Kommunikation ist
  • NLP und Gewaltfreie Kommunikation
  • Das Vier-Schritte-Modell
  • Grundannahmen der Gewaltfreien Kommunikation

Es geht davon aus, dass das Problem in vielen Konfliktfällen ist, dass die Gesprächsparteien ihre Bedürfnisse falsch, das heißt, mit wertender Sprache, kommunizieren. Die Gewaltfreie Kommunikation möchte Mittel an die Hand geben, um die zwischenmenschliche Kommunikation friedlicher und empathischer zu machen. Wie das gelingen kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

WAS GEWALTFREIE KOMMUNIKATION IST

Entwickelt hat das Prinzip der Gewaltfreien Kommunikation der US-amerikanische Psychologe Marshall Rosenberg Mitte der 80er-Jahre. Die Idee dahinter: Menschen zu helfen, einfühlsam mit sich und anderen in Verbindung zu treten. Dabei ist „gewaltfrei“ nicht physisch gemeint. Der Begriff soll vielmehr ausdrücken, dass sich durch die Wortwahl im Gespräch niemand angegriffen, in seinen Bedürfnissen unverstanden oder in seinen Gefühlen verletzt fühlt. Dies würde nämlich zu Abwehrreaktionen führen, und damit in den Konflikt.

Die Gewaltfreie Kommunikation geht davon aus, dass alles, was Menschen tun, dem Zweck dient, bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen. Das heißt, sie fragt danach, welches Bedürfnis hinter einem bestimmten Vorgehen steckt. Und nicht, ob dieses Vorgehen falsch oder richtig ist. So soll es gelingen, gemeinsam eine Strategie zu finden, die keinem schadet. Und zwar (auch) über das Instrument der Sprache, die in diesem Fall nicht wertend, sondern wertschätzend sein soll. Dafür bietet die Gewaltfreie Kommunikation Werkzeuge wie den Viererschritt (Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte; siehe weiter unten im Text) an.

Das mag abstrakt und kompliziert klingen. Und nach Arbeit. Im Prinzip ist die Gewaltfreie Kommunikation aber nur ein Mittel, um sich eigentlich bekannte, aber durch Emotionen vergessene, Regeln wieder ins Gedächtnis zu rufen. Sie schärft die Wahrnehmung dafür, was in unseren Mitmenschen, seien es Kollegen, Freunde oder Familie, vorgeht – und macht es dadurch möglich, effektiver miteinander zu kommunizieren, zielgerichteter zu handeln und durch das Verständnis füreinander zwischenmenschliche Beziehungen zu stärken und zu festigen.

NLP UND GEWALTFREIE KOMMUNIKATION

Neurolinguistisches Programmieren und Gewaltfreie Kommunikation haben etwas Wichtiges gemeinsam: Sie möchten eine Basis schaffen, die es ermöglicht, offen und empathisch mit sich und anderen umzugehen und dadurch Lösungen zu finden, die den aktuellen Zustand für alle Beteiligten verbessern. Erlernen Sie nützliche Instrumente, um Bedürfnisse, die hinter Ihren Handlungen oder denen Ihres Umfelds stecken, zu erkennen und wertschätzend auf diese Bedürfnisse einzugehen. Der NLP Practitioner bietet hierfür eine ideale Ausbildung mit vielen praktischen und alltagstauglichen Methoden für privaten und beruflichen Erfolg.

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DAS VIER-SCHRITTE-MODELL

Die Gewaltfreie Kommunikation vermittelt verschiedene Fähigkeiten, die dafür notwendig sind, eine Verbindung zu anderen Menschen herzustellen sowie mit diesen in eine Interaktion des Gebens und Nehmens einzutreten. Diese Fähigkeiten sind im Vier-Schritte-Modell festgehalten, das sich bei drohenden Konflikten anwenden lässt – in der Schule, im Studium, in der Familie und mit dem Partner/der Partnerin ebenso wie im (Streit)Gespräch mit Kollegen, Vorgesetzten oder sogar bei Zufallsbegegnungen (z. B. unfreundlicher Verkäufer, schimpfender Nachbar etc.).

1. BEOBACHTUNG

Dieser Schritt befähigt, Beobachtung und Beurteilung zu unterscheiden, in der Lage zu sein, genau und wertungsfrei zu betrachten, was passiert und Verhalten und Umstände zu spezifizieren, die uns beeinflussen. Das heißt, wir nehmen wahr und beschreiben die jeweilige Situation, in der wir uns befinden, auf neutrale Weise. Einen großen Unterschied macht es zum Beispiel schon, auf Wörter wie „immer“ und „nie“ zu verzichten, also: „Du bist zu unserem Termin 15 Minuten zu spät erschienen“ statt „Immer kommst du zu spät“.

2. GEFÜHL

Im zweiten Schritt gilt es, Fühlen und Denken zu unterscheiden, fähig zu sein, innere Gefühlslagen zu identifizieren und auf eine Weise auszudrücken, die nicht urteilend, kritisierend, anklagend oder bestrafend ist. Also: „Das macht mich traurig“, „Dadurch fühle ich mich unwichtig“ etc. anstelle von „Wegen dir habe ich jetzt Zeit verschwendet“ oder „Ich bin dir doch total egal“.

3. BEDÜRFNIS

Dieser Schritt bedeutet, mit den universellen menschlichen Bedürfnissen und Werten wie Vertrauen oder Verständnis usw. in sich selbst in Verbindung zu treten, die in diesem Moment entweder erfüllt werden oder nicht, je nachdem, was geschieht und was wir fühlen. Wir machen uns also klar, welches Bedürfnis in uns z. B. Wut, Trauer oder Enttäuschung auslöst und benennen es: „Denn ich wünsche mir, mehr Wertschätzung zu bekommen“, „Denn ich wünsche mir, ernstgenommen zu werden“ usw. Bei GFK-Entwickler Rosenberg gibt es neun Grundbedürfnisse: Sicherheit, Liebe, physisches Wohlbefinden, Kreativität, Geborgenheit, Willensfreiheit, Sinn/Aufgabe, Erholung, Empathie.

4. BITTEN

In diesem Schritt bitten wir auf eine Art um das, was wir möchten, die klar und spezifisch ausdrückt, was wir wollen (eher als das, was wir nicht wollen) und es wirklich als Bitte zu formulieren, nicht als Forderung. Am besten ist diese Bitte als konkrete Handlung verfasst: „Könntest du bitte nächstes Mal rechtzeitig Bescheid sagen?“, „Bitte bemühe dich, die verabredete Deadline nächstes Mal einzuhalten“ ...

Um sich die vier Schritte besser merken zu können, hat Psychologe Rosenberg sie in einem Merksatz zusammengefasst: „Wenn ich a sehe (Beobachtung), dann fühle ich b (Gefühl), weil ich c brauche (Bedürfnis). Darum möchte ich gern, dass d (Bitte).“

Die vier Schritte betonen die persönliche Verantwortung für unser Handeln und dass wir eine Wahl treffen, wenn bzw. wir eine Wahl haben, wie wir auf andere reagieren. Sie lehren uns außerdem, wie wir dazu beitragen können, dass Beziehungen entstehen, die auf partnerschaftlichem Verhalten, friedlichem Umgang miteinander und Zusammenarbeit basieren. Sie machen uns bewusst, welche Bedürfnisse hinter unseren Gefühlen stehen und verleihen uns durch dieses Wissen mehr Handlungsfreiheit. Sie führen uns weg vom Selbstmitleid („Nie fährt er mit mir weg“) hin zu Selbstempathie, also einem Zustand, in dem wir ehrlich zu uns sind („Ich möchte mich freier fühlen, als ich dies im Alltag kann“).


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GRUNDANNAHMEN DER GEWALTFREIEN KOMMUNIKATION

Inbal und Miki Kashtan vom BayNVC, einem Zentrum für Gewaltfreie Kommunikation in Oakland, USA, haben zehn Grundannahmen der Gewaltfreien Kommunikation formuliert. Sie stellen die Basis der Gewaltfreien Kommunikation dar – und selbige hilft uns gleichzeitig auch dabei, diese Grundannahmen im Alltag zu leben und umzusetzen. Wenn wir unser Leben nach diesen Annahmen ausrichten, wird es immer leichter, mit sich selbst und anderen in Verbindung zu treten.

  1. Alle Menschen haben die gleichen Bedürfnisse, auch wenn jeder andere Strategien anwendet, um sie zu befriedigen. Konflikte entstehen dann, wenn die Strategie als richtig oder falsch gewertet wird, anstatt das Bedürfnis dahinter zu sehen.
  2. Alle Handlungen sind Versuche, (bewusst oder unbewusst) Bedürfnisse zu befriedigen. Wir werden nur „gewalttätig“ oder handeln auf eine Art, die unsere eigenen Bedürfnisse oder die anderer nicht befriedigt, wenn wir nicht erkennen, dass es effektivere Strategien gibt, die genau dies bewirken.
  3. Gefühle sind Hinweis auf Bedürfnisse, die erfüllt werden oder nicht erfüllt werden. Andere Menschen können Trigger für Emotionen sein, sind aber nicht deren Ursache. Unsere Gefühle entstehen aus unserem Erleben heraus, ob unsere Bedürfnisse in einer bestimmten Situation befriedigt zu werden scheinen oder nicht. Wenn die Bedürfnisse befriedigt werden, sind wir glücklich, zufrieden, friedlich usw. Ist dies nicht der Fall, fühlen wir uns traurig, ängstlich, frustriert etc.
  4. Der direkteste Weg zu Frieden führt über die Verbindung zu sich selbst. Die Fähigkeit, friedfertig sein zu können, hängt nicht davon ab, ob unsere Bedürfnisse befriedigt werden. Entscheidend für inneren Frieden ist, dass wir in ausreichendem Maße im Einklang mit uns selbst sind.
  5. Eine Wahl zu treffen, ist ein innerer Akt. Unabhängig von den äußeren Umständen können wir unser Bedürfnis nach (Willens)Freiheit und Unabhängigkeit befriedigen, indem wir bewusste Entscheidungen treffen, die darauf basieren, dass wir uns unserer Bedürfnisse bewusst sind; zumindest können wir die Bedeutung beeinflussen, die wir den jeweiligen äußeren Umständen beimessen.
  6. Alle Menschen sind zu Mitgefühl fähig. Manche wissen nur nicht, wie sie diese Fähigkeit ausdrücken können. Wenn uns jemand mit Anteilnahme und Respekt für unsere Unabhängigkeit begegnet, fällt es uns tendenziell leichter, ebenfalls für uns selbst und andere Mitgefühl zu zeigen. Je mehr Mitgefühl, desto eher lassen sich Bedürfnisse friedvoll befriedigen.
  7. Menschen geben gern. Und zwar dann, wenn es uns gelingt, unsere Bedürfnisse und die anderer wahrzunehmen und so das Geben als etwas zu empfinden, das wir bewusst gewählt haben.
  8. Menschen befriedigen Bedürfnisse durch unabhängige Beziehungen. Viele Bedürfnisse werden bereits durch unsere Beziehung mit anderen und der Natur befriedigt, einige aber auch hauptsächlich erst durch die Qualität der Beziehung mit uns selbst. Und wieder andere erst durch eine spirituelle Dimension im Leben. Wenn die Bedürfnisse anderer Menschen nicht befriedigt werden, bleiben dadurch auch einige unserer eigenen Bedürfnisse unbefriedigt.
  9. Unsere Welt eröffnet uns unerschöpfliche Möglichkeiten, unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn Menschen sich bemühen, die Bedürfnisse eines jeden zu respektieren, feststellen können, wie viel sie wirklich brauchen und ihre Fähigkeit wiedererlangen, Verbindungen einzugehen und ihre Kreativität im Bezug auf das Teilen von Ressourcen wiederfinden, lassen sich Wege finden, um jedermanns Bedürfnissen Aufmerksamkeit zu schenken.
  10. Menschen ändern sich. Mit der Zeit verändern sich sowohl unsere Bedürfnisse als auch die Strategien, mit denen wir sie zu befriedigen versuchen. Wann immer wir mit uns selbst und anderen in Verbindung treten, haben wir die Möglichkeit, zu wachsen und uns zu verändern.

Gewaltfreie Kommunikation ist also nichts Überraschendes, nichts Kompliziertes oder Wissenschaftliches. Sie ist eine Haltung, etwas, das in jedem von uns bereits vorhanden ist, und nur darauf wartet, gehört und angenommen zu werden.


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