• LÜGEN ERKENNEN

    Warum wir Lügen und woran Sie Lügner erkennen

Ein Freund fragt: „Wie findest du meine neuen Schuhe?“ Sie sagen: „Schön.“ – obwohl diese Modelle bei Ihnen vermutlich ganz hinten im Schuhschrank oder erst gar nicht im Einkaufskorb gelandet wären. Eine Lüge, wenn auch nur eine winzig kleine, wie wir sie jeden Tag vielfach erzählen. Wissenschaftler schätzen, dass Menschen bis zu 200 Mal pro Tag lügen. Einer Metastudie des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung aus dem Jahr 2019 zufolge, für die die Forscher 565 Studien mit mehr als 44.000 Probanden verglichen, logen 42 Prozent der Männer und 38 Prozent der Frauen. Aus den unterschiedlichsten Gründen.

In diesem Artikel:

  • Warum wir lügen
  • Woran man Lügen erkennt
  • Die Kunst des Lügenerkennens

WARUM WIR LÜGEN

Erzählen wir eine Lüge, gibt es verschiedene Motive dafür: Vielleicht möchten wir einfach höflich sein. Vielleicht diplomatisch. Vielleicht möchten wir uns einer Konfrontation entziehen oder uns durch die Flunkerei einen Vorteil verschaffen. Ein Team aus internationalen Wissenschaftlern geht in seiner 2015 im „Journal of the Royal Society Interface“ veröffentlichten Studie sogar so weit, zu behaupten, dass Lügen die „Topologie sozialer Netzwerke“ formten. Soll heißen: Unter gewissen Umständen könnten kleine Lügen Menschen innerhalb einer Gruppe und zwischen verschiedenen Gruppen verbinden. Die Probanden, die in der Studie logen, fügten sich besser in das jeweilige soziale Gefüge, in den Freundes- oder Bekanntenkreis ein. Drastisch ausgedrückt: Lügen ist zwar nicht schön, aber ganz ohne funktioniert unsere Gesellschaft nicht. Darauf lassen auch andere Studien schließen. 

Das soll aber nicht bedeuten, dass Lügen immer und in jedem Fall in Ordnung oder gar ein erstrebenswertes Verhalten ist. Während ein nicht ganz ernst gemeintes: „Gut siehst du aus“ niemandem schadet (im Gegenteil), sollte man, wenn zum Beispiel der Chef fragt, wie weit man schon mit der Präsentation ist, lieber bei der Wahrheit bleiben. Die Flunkerei wird ohnehin spätestens dann ans Licht kommen, wenn Tag X da ist, die Präsentation aber nur zu zwei Dritteln.

Anders herum gefällt es einem selbst ja auch nicht, angelogen zu werden. Der Kumpel, der das Treffen absagt, weil er sich angeblich krank fühlt, den Sie aber dann bestens gelaunt mit jemand anderem im Kino erwischen. Der Kollege, der Stein und Bein schwört, den Brief in die Post gegeben zu haben, Sie selbigen aber jungfräulich und unfrankiert in dessen Schreibtisch-Ablage finden. Der Nachwuchs, der Ihnen weismachen will, dass er bei der Freundin oder dem Freund übernachtet hat, Sie von deren/dessen Eltern aber wissen, dass die Familie an fraglichem Wochenende gar nicht in der Stadt war ... die Beispiele sind zahllos – und bestenfalls „nur“ ärgerlich. Wäre es also nicht toll, Lügen schon zu entlarven, während sie den Mund des Flunkernden verlassen? Das geht. Denn beim Lügen sagt die Körpersprache mehr als tausend Worte.

WORAN MAN LÜGEN ERKENNT

Ob jemand die Wahrheit sagt oder nicht, lässt sich zu einem gewissen Grad an der Körpersprache erkennen. Sie ist beim Lügen eine etwas andere, als wenn jemand ehrlich ist. Die unbewussten Signale, die jemand aussendet, der flunkert, lässt uns Lügen erkennen, wenn wir wissen, worauf zu achten ist und etwas Übung im Beobachten haben. Lügt jemand, kann dies in der Mimik und Gestik bzw. deren Zusammenspiel oder in der Art zu sprechen sichtbar werden. Und auch die Augenbewegung beim Lügen ist eine andere.

Nicht immer sind alle Signale erkennbar (oder vorhanden) und oft sind sie so winzig, dass man sie leicht übersieht. Tendenziell ist es aber so, dass sie umso ausgeprägter werden, je mehr sich der Flunkernde unter Druck gesetzt fühlt und je mehr Stress er empfindet. Gleichzeitig verwässert Stress aber auch die Körpersprache und macht das Deuten von Lügen schwieriger, weil die Stresssymptome die Lügensignale überlagern oder der Beobachter erstere als letztere fehlinterpretiert. Wer mittels Körpersprache Lügen aufdecken möchte, muss also sehr genau hinsehen, feinfühlig, aufmerksam und unvoreingenommen sein. 

Besonders folgende drei Faktoren bzw. die Signale, die sie senden, deuten darauf hin, dass jemand vielleicht nicht ganz aufrichtig ist:

AUGEN/AUGENBEWEGUNG

Jemand, der lügt, wird häufig den direkten Blickkontakt meiden, ihn nach sehr kurzer Zeit wieder abbrechen oder die Augen ziellos herumwandern lassen. Auch übermäßig häufiges Blinzeln, ein starrer Blick oder geweitete Pupillen können, müssen aber nicht, auf eine Lüge hinweisen. In der Neurolinguistischen Programmierung (NLP) gilt es zudem als Hinweis darauf, dass jemand die Unwahrheit sagt, wenn er oder sie die Augen beim Sprechen nach rechts richtet.

GESTIK UND MIMIK

Ein sehr breit gefächertes „Feld“ – und Signale, die meist nicht eindeutig zuzuordnen sind, da sie zum Beispiel auch auf Wut, Stress oder Desinteresse hindeuten können. Hegen Sie den Verdacht, dass Sie jemand anlügt, achten Sie dennoch auf Zeichen wie verschränkte Arme, ein hochrotes Gesicht, ständiges Anfeuchten der Lippen oder ein (übertriebenes) Lächeln, wenn es gar nicht zum Gesagten passt. Auch wenn der vermeintlich Flunkernde oft und stark die Stirn runzelt oder sich ständig im Gesicht und an den Armen kratzt, kann das ein Zeichen fürs Lügen sein. 

STIMME UND SPRACHE

Hier ist es von Vorteil, wenn man die „verdächtige Person“ zumindest ein wenig kennt. Denn jemand, der lügt, spricht oft mit leicht höherer Stimme und weicht mitunter von gewohnten Sprachmustern ab, verwendet also keine oder weniger beschreibende Sprache, weicht aus, stellt Gegenfragen oder flüchtet sich in allgemeine Aussagen („Man würde doch niemals ...“ anstelle von „Ich würde doch niemals ...“). Es ist auch möglich, dass eine flunkernde Person durch viele Ähhs oder Hmmms versucht, Zeit zu gewinnen, häufig Pausen im Satz macht, langsam spricht und/oder generell nicht spontan bzw. zeitversetzt (verfrüht oder verspätet) antwortet.


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DIE KUNST DES LÜGENERKENNENS

Der Körper ist kein Buch. Entsprechend erfordert es viel Übung und eine ausgeprägte Beobachtungsgabe, um anhand der Körpersprache Rückschlüsse darauf ziehen zu können, ob jemand lügt oder nicht. Einige Experten warnen auch vor dieser Art „Lügendetektor“, da es einem Beobachtenden – ebenso wenig wie dem Beobachteten selbst – nie möglich sein wird, ein bestimmtes Körpersignal einem bestimmten Gedanken eindeutig zuzuordnen.

Meidet jemand den Blickkontakt, kann dies sein, weil er lügt. Er kann aber auch einfach generell eingeschüchtert sein von der Konfrontation, vor allem, wenn Sie eine höhere Position innehaben als er oder sie oder ihn/sie sehr bestimmt zur Rede stellen. Ein puterroter Kopf kann ein Warnzeichen sein, dass gelogen wird. Möglich ist aber auch, dass es schlicht eine Stressreaktion auf die Befragungssituation ist. Sich zu kratzen oder an der Fingerhaut zu knibbeln kann ein Lügenindiz ebenso sein wie eine nervöse Übersprungshandlung. Körpersprache ist sehr diffus. So diffus, dass nicht einmal Hirnscans sie einfangen und eindeutig zuordnen können. 

Die Auswertung einer Metastudie der Universität von Texas im Jahr 2006 ergab, dass die Wahrscheinlichkeit, jemanden anhand seiner Körpersprache der Lüge zu überführen, bei rund 54 Prozent liegt. Selbst, wenn es sich um jemanden handelt, der im Lesen der Signale ausgebildet und trainiert ist. Man könnte sagen, dass man das mit der Körpersprache dann auch gleich lassen und einfach mutmaßen könnte, ob jemand die Unwahrheit sagt. Man könnte aber auch sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, jemanden beim Lügen zu erwischen, bei 54 Prozent zumindest etwas höher ist, als ihn nicht zu entlarven.

Ob Sie dem Prinzip der Körpersprache eine Chance geben möchten, müssen Sie für sich selbst entscheiden. Wenn Sie es tun möchten, empfiehlt es sich, mit einem Partner zu üben. Stellen Sie ihm oder ihr drei Fragen, von denen er/sie zwei wahrheitsgemäß beantworten und sich eine ausdenken soll. Geantwortet wird so ausgiebig, wie es Ihr Gesprächspartner möchte. Sie versuchen dann, die Antwort herauszufiltern, die gelogen war. Probieren Sie dies mit verschiedenen (Ihnen bekannten) Personen, um Routine zu bekommen.

Aber: Übertreiben Sie es nicht. Denn wer sich zu sehr auf Körpersignale fixiert, die vielleicht auf eine Lüge hindeuten können, verrennt sich schnell und vermutet dann leicht fast zwanghaft überall die Unwahrheit. Beschränken Sie Ihre „Lesetätigkeit“ auf Situationen, in denen es wirklich darauf ankommt. Denn, wie eingangs schon gesagt: Ein nicht ganz wahrheitsgetreues Kompliment hat noch niemandem geschadet.


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